Banner

Autositze rückenfreundlich2018_1Mit dem richtigen Sitz und einer rückenfreundlichen Sitzeinstellung

Wie lange sitzen Sie täglich im Auto? Fahren zur Arbeit, zum Einkaufen, die Kinder zu ihren Freizeitaktivitäten? Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann sind Sie nicht allein: Viele Menschen sitzen nicht nur zu lange am Schreibtisch oder auf dem Sofa, sondern noch dazu täglich für längere Zeit im Auto. Doch die meisten Autositze sind gar nicht auf langes Sitzen ausgelegt. Zum Glück gibt es Ausnahmen: Die mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken ausgestatteten Modelle. Was unterscheidet sie von herkömmlichen Autositzen?

Autositze sind oft nicht auf langes Sitzen ausgelegt

Laut einer Studie des Versicherers CosmosDirekt verbringt jeder dritte Autofahrer an einem normalen Werktag mehr als eine Stunde im Auto. Problematisch daran ist, dass die meisten Autositze gar nicht für so langes Sitzen ausgelegt sind. Ihr Körper muss sich dem Sitz anpassen, weil die Einstellmöglichkeiten meist keine individuellen Anpassungen zulassen. Das hat Folgen, die Sie sicherlich auch kennen: hartnäckige Verspannungen, Rückenschmerzen und andere Beschwerden.

Unsere Rückenexperten von der Aktion Gesunder Rücken fordern seit Langem genau das Gegenteil: "Der Sitz muss sich individuell so einstellen lassen, dass er den Bedürfnissen von Autofahrern und Beifahrern bestmöglich gerecht wird."

Tipp: So stellen Sie Ihren Autositz rückengerecht ein

Für rückenfreundliches Sitzen im Auto sind ergonomische Sitze zwar die Grundvoraussetzung, sie alleine bieten jedoch noch keine Garantie dafür, dass Sie beim Autofahren auch tatsächlich rückengerecht unterwegs sind. Entscheidend dafür ist vielmehr die Einstellung der Sitze. Sie müssen auf die individuellen Bedürfnisse der Autoinsassen angepasst sein. Denn schließlich unterscheiden wir Menschen uns in Größe, Gewicht und Gesundheitszustand voneinander.

18_Autositz800So stellen Sie ihren Autositz optimal ein:

  1. Rutschen Sie mit dem Gesäß bis an die Sitzlehne und stellen Sie den Sitz so ein, dass Ihre Beine bei durchgetretenen Pedalen leicht angewinkelt sind.
  2. Neigen Sie die Rückenlehne so, dass das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen erreichbar ist (110 Grad-Winkel) und der Schulterkontakt zur Lehne auch bei Lenkbewegungen erhalten bleibt.
  3. Sitzen Sie so hoch wie möglich: Zwischen Kopf und Dachhimmel sollte aber noch eine Handbreit Platz sein.
  4. Stellen Sie die Sitzflächenneigung so ein, dass die Oberschenkel locker auf der Sitzfläche aufliegen und die Pedale ohne großen Kraftaufwand durchgetreten werden können.
  5. Stellen Sie die Sitzflächenlänge so ein, dass zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante 2–3 Finger breit Freiraum vorhanden ist.
  6. Justieren Sie die Kopfstütze so, dass zwar der Kopf geschützt, der Nacken jedoch nicht gestützt wird. Idealerweise enden die Oberkanten von Kopfstütze und Kopf bündig. Vorsicht: Bei einem Heckaufprall kann eine zu tief eingestellte Kopfstütze schwerste Kopf- und Halswirbelverletzungen hervorrufen.
  7. Die verstellbaren Seitenwangen sollten am Körper anliegen ohne einzuengen.
  8. Die Lordosenstütze unterstützt die natürliche Form der Lendenwirbelsäule: Der wichtigste Abstützbereich ist der des Beckens (Gürtellinie) – führen Sie daher die Anpassung immer von unten nach oben durch.

Guetesiegel-Ecke-gedreht-DE700Rückengerechte Autositze müssen hohe Anforderungen erfüllen

Einen rückengerechten Autositz erkennen Sie daran, dass er folgende Anforderungen erfüllt:

  • Er unterstützt die natürliche Form der Wirbelsäule – zwar mit einer festen Grundstruktur, aber einstellbarer Lehne, Sitzfläche und Kopfstütze.
  • Die Einstellbarkeit der Sitzfläche ist besonders wichtig.
  • Höhe, Neigung, Tiefe und Länge sollten sich verändern lassen, damit sich der Autositz Ihrer Körperform anpassen kann und nicht umgekehrt.
  • Bei der Rückenlehne sollten Sie darauf achten, dass Ihr unterer Rücken mit einer Vier-Wege-Lordosestütze stabilisiert werden kann.
  • Alle Hebel und Bedienelemente zur Sitzanpassung sollten Sie auch während der Fahrt gut erreichen können.

Besonders rückenfreundliche Produkte werden mit dem AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ ausgezeichnet. Das Gütesiegel wird von einem unabhängigem Prüfgremium, bestehend aus Ärzten und Therapeuten, vergeben. So wurden auch verschiedene Autositze gemäß diesen Anforderungen vom Gremium geprüft. Wenn die oben aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sind, darf der Autositz das Gütesiegel der AGR tragen.

Nicht zwingend erforderlich, aber dennoch empfehlenswert sind darüber hinaus weitere Ausstattungsmerkmale wie ein Klimapaket mit Sitzheizung und Ventilationsfunktion, ein verstellbarer Lehnenkopf, einstellbare Seitenwangen an Rückenlehne und Sitzfläche, ein Sitzdynamiksystem, eine Massagefunktion und eine Komfortkopfstütze. Außerdem ist eine Memoryfunktion sinnvoll. So können Sie die individuellen Einstellungen verschiedener Fahrer abspeichern und auf Knopfdruck aktivieren.

auto_peugoet_2018Welche Hersteller bieten Sitze mit AGR-Gütesiegel ab Werk an?

Der Vorreiter in Sachen rückengerechte Autositze ist Opel. Der Autobauer gilt als Pionier für rückenfreundliches Autofahren. Bereits 2003 verbauten die Rüsselsheimer den weltweit ersten Autositz mit AGR-Gütesiegel. 15 Jahre später finden Sie die Sitze in so gut wie jedem Modell.

Auch Mercedes-Benz hat sich auf die Fahne geschrieben, Ihren Rücken zu unterstützen: Als erster Hersteller der Welt statten die Sindelfinger alle Neuwagen auf Wunsch mit rückengerechten Fahrer- und Beifahrersitzen aus. Bei der S-Klasse und der Luxusmarke Maybach sind sogar die Rücksitze zertifiziert. Und auch im Nutzfahrzeugbereich finden sich im Mercedes-Sprinter rückengerechte Sitze. Als besonderen Service bietet Mercedes-Benz jedem Kunden die Möglichkeit, die Sindelfinger Sitzwerkstatt aufzusuchen und sich dort mit Experten zu beraten. Die Sitze können vor Ort nach individuellen Erfordernissen angepasst werden, solange keine sicherheitstechnisch relevanten Maßnahmen erforderlich sind.

Volkswagen setzt bei ergonomischen Sitzen auf die Modelle "ErgoComfort" und "ErgoActive". Sie finden diese Modelle  in vielen Autos der Wolfsburger. Außerdem spendiert VW auch seinen Nutzfahrzeugen, wie dem Amarok und dem Crafter, zertifizierte Autositze. In einigen Modellen sind nicht nur die Fahrer-, sondern auch die Beifahrersitze zertifiziert.

Peugeot stattet die Automodelle 3008, 5008 und 508 mit rückenfreundlichen AGR-Sitzen aus. Je nach Bedarf fährt in beiden Modellen nicht nur der Fahrer, sondern auch der Beifahrer ergonomisch. Ein anderer französischer Hersteller, DS Automobiles – die Premium-Marke des Automobil-Konzerns PSA – rüstet das Automodell DS 7 CROSSBACK mit rückenfreundliche Sitzen aus. In diesem SUV sind sowohl ergonomische Fahrer- als auch Beifahrersitze möglich.

Der bisher einzige Autohersteller außerhalb Europas, bei dem zertifizierte ergonomische Sitze erhältlich sind, ist die Firma Hyundai aus Südkorea. In den Premium-Limousinen Genesis G90 und Genesis EQ 900 sind sowohl Front als auch Rücksitze auf Wunsch mit dem zertifizierten "Genesis Modern Ergo Seat" erhältlich.

Nachrüst-Variante für viele weitere Hersteller

Wenn Sie sich kein neues Auto kaufen möchten, können Sie auch Ihren Gebrauchtwagen mit rückenfreundlichen Autositzen ausstatten. Der Sitzlieferant Recaro bietet für diesen Zweck ergonomische Autositze zum Nachrüsten vieler weiterer PKW an. Die Sitzmodelle "Recaro Ergomed" und "Recaro Style" wurden für ihre besonders rückenfreundliche Bauweise ausgezeichnet.

Fazit

Mit dem richtigen Autositz und der passenden Sitzeinstellung können Sie schmerzhaften Rückenbeschwerden vorbeugen. Immer mehr Hersteller erkennen das und entscheiden sich für rückenfreundliche, ergonomische Sitzmodelle. Am wichtigsten ist jedoch, dass Sie den Autositz Ihren körperlichen Gegebenheiten anpassen – und nicht umgekehrt. Gebrauchtwagen lassen sich mit rückenfreundlichen Autositzen nachrüsten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.agr-ev.de/autositz

 

Sie möchten regelmäßig Infos und Tipps für Ihren Rücken erhalten?
Dann melden Sie sich kostenlos für den Newsletter der Aktion Gesunder Rücken an:

Jetzt zum Newsletter anmelden!

 

 

 -Zur Blog-Startseite-